Auf und da Goas noch!

Seit mehreren Jahren stellt die Familie Hof unter dem Namen a’Goas Ziegenmilchprodukte her. Dass dort viel Liebe dahintersteckt, merkt man nicht nur am Geschmack.

Melkziegen

Am Betrieb der Familie Hof in Lengdorf leben 40 Melkziegen. Foto: Markus Röck

Es war ein Sommer im Putzental, im Naturpark Sölktäler, der bei dem gebürtigen Niederösterreicher Andreas Hof die Liebe zum Käsen weckte. Als neunjähriger Junge kam er in den Ferien in die Region, um dort als Viehhüter zu arbeiten. „Bald blieb ich 14 Tage dort und eines Tages den ganzen Sommer“, erinnert er sich zurück. Auch die Ziegen hätten ihn in dieser Zeit gefunden und dazu geführt, dass Andreas am elterlichen Hof in Niederösterreich mit der Ziegenhaltung begann. „Die haben mir einfach keine Ruhe gelassen“, so Andreas. Vor fünf Jahren hat es ihn schließlich zurück in die Heimat seiner Frau Renate – die Urlaubsregion Schladming-Dachstein – gezogen.

A blitzgescheite Goas

Am Fuße des Grimmings, mitten im Örtchen Lengdorf in der Nähe von St. Martin, betreiben Andreas und seine Frau heute einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb und ein daran angeschlossenes Gasthaus. 40 Melkziegen leben hier. Ihre Milch wird zu verschiedensten, selbst hergestellten Ziegenmilchprodukten verarbeitet, die am Hof unter dem Namen a’Goas verkauft werden. Der Grund für den Namen ist simpel: „Im Dialekt sagt man a’Goasmilch oder a’Goaskas, daher verkaufen wir auch unsere Produkte unter diesem Namen“, erklärt Andreas.

Seit fünf Jahren leben Renate und Andi Hof gemeinsam mit ihren Ziegen in Lengdorf. Foto: Markus Röck

Die „Goas“ werden am Hof schon von klein auf aufgezogen. „Im Winter sind sie bei uns im Stall in Buchten untergebracht. Im Sommer geht’s hinaus auf die Wiese“, erklärt Andreas. Nach anderthalb Jahren sind sie bereit, das erste Mal Milch zu geben. Diese unterscheidet sich von der Kuhmilch vor allem in ihrer Konsistenz und ist inzwischen sowohl bei Allergikern als auch bei Liebhabern des besonderen Geschmacks beliebt. Die Ziegenhaltung selbst weist ebenfalls große Unterschiede zur Haltung von Kühen oder Schafen auf. „Die Tiere sind blitzgescheit und sehr neugierig. Fast wie Menschen“, so der Ziegenhalter. Durch eine im Stall vorherrschende Hierarchie der Tiere müsse es immer Rückzugsmöglichkeiten für schwächere Ziegen geben. Daneben sei noch etwas wichtig: Die gute Umzäunung. „Wenn du die Türen der Bucht nicht verschließt, dauert es nicht lange und die Ziege hat sich befreit und läuft zur Schrotkiste.“

Sind die Buchten nicht ausbruchssicher gemacht, haben sich die neugierigen Ziegen in Windeseile befreit und sausen im Stall umher. Foto: Markus Röck

Von Balalas und Kasermandln

Die Produktpalette ist vielfältig. Sie reicht von herkömmlicher Ziegenmilch und Ziegentopfen über Ziegenjoghurt bis hin zu verschiedensten Variationen mit Ziegenfrischkäse als Grundzutat. Die sogenannten „Balalas“, Frischkäsebällchen, umhüllt mit Schinkenspeck und Oliven, wurden sogar schon mit dem Kasermandl in Gold, einem niederösterreichischen Käsepreis, der Käsesorten aus ganz Österreich prämiert, ausgezeichnet. Insgesamt verarbeiten Renate und Andreas etwa 40 Liter Milch am Tag. „Wir käsen täglich. Am Morgen machen wir Frischkäse, in der Nacht setzen wir Topfen an. So gibt es keine überlagerte Milch, was man auch am Geschmack der Produkte merkt“, sagt Andreas.

In der Käserei werden täglich etwa 12% der gesamten Milch zu Käse verarbeitet. Foto: Markus Röck

Insgesamt wird a’Goas sehr gut angenommen. Einheimische und auch Gäste der Region schätzen die verschiedenen Produkte. „Die Regionalität ist den Kunden das Wichtigste. Sie können bei uns den Betrieb anschauen und sehen, wie unsere Ziegen gehalten werden und was sie zu fressen bekommen“, so Andreas. Neben dem Direktverkauf am Hof beliefern sie aber auch mehrere ausgewählte Läden in der ganzen Region. „Wir möchten nicht in einem Supermarkt neben hunderttausend anderen Produkten stehen, wo keiner über uns oder unser Produkt Bescheid weiß. Jeder, der a’Goas-Produkte verkauft, weiß, wie sie schmecken und woher sie kommen“, sagt Renate Hof.

Die Produktpalette umfasst heute 10 verschiedene Produkte. Die „Balalas“ wurden sogar österreichweit ausgezeichnet. Foto: Markus Röck

Derzeit ist der Verkauf der a’Goas-Produkte noch Nebenerwerb für Andreas und Renate Hof, doch die Nachfrage steigt mit jedem Jahr. „Vor 20-30 Jahren hätte man das nicht probieren brauchen. Wir haben eine gute Zeit erwischt“, sagt Renate. Auch den hohen Aufwand, der mit gesetzlichen Auflagen einhergeht akzeptieren die beiden: „Wir machen das aus der Liebe zum Vieh. Es macht gewaltig viel mit den Leuten.“ Daher hätte man auch schon über Zusatzangebote nachgedacht: „Anderswo wird sogar schon Ziegenyoga praktiziert. Man legt sich zu den Jungziegen und lässt sie über einen drüberlaufen“, lacht Renate. Ob das eines Tages auch bei der Familie Hof möglich ist, steht aber derzeit noch in den Sternen.

Vor allem die Liebe zu den Ziegen motiviert Renate und Andreas zum Weitermachen. Foto: Markus Röck