Der Grimming – Mons Styriae altissimus

Mein Morgen beginnt üblicherweise mit einer guten Tasse Kaffee und dem Blick zu meinem Hausberg, dem Grimming, der sich von meinem Altirdninger Küchenfenster aus bestens betrachten lässt. Und nahezu jeden Morgen bietet sich mir ein anderes Bild. Manchmal ist es morgens noch finster und man sieht nur den schwarzen Umriss des Ennstaler Kolosses, mal leuchtet er, bestrahlt von der Sonne, in herrlichem Orange und ab und zu lässt er mich, düster und wolkenverhangen, erschaudern. Der Grimming bietet jeden Tag eine andere Facette, die bestaunt werden kann.

Eine prägender Monolith

Seine einmalige Form, die verschiedenen Mythen, die sich um ihn ranken und seine isolierte Lage zwischen dem Ennstal und dem Salzkammergut, östlich des Dachsteingebirges, machen den Grimming zu einem der einzigartigsten Berge in ganz Schladming Dachstein.

In Fachkreisen wird der Grimming als isolierter Gebirgsstock bezeichnet, der sich östlich des Dachsteinmassivs befindet. Mit seiner Höhe von 2.351 Metern ist er nicht ganz so hoch, wie der benachbarte Dachstein, der mit einer Höhe von 2996 Metern der höchste Berg der Steiermark ist. Trotzdem wurde er im Laufe der Geschichte oft als „Mons Styriae altissimus“ bezeichnet. Ein weiterer Grund, der die Erstbesteigung des Berges vorantrieb, denn welcher Steirer will nicht einmal auf dem höchsten Berg der Steiermark gewesen sein?

Seine isolierte Lage und seine außergewöhnliche Form machen den Grimming zu einer Besonderheit von Schladming-Dachstein

Geschichte und Mythen

Die ersten Besteiger waren vermutlich einheimische Jäger im 17. Jahrhundert. In den frühen 1800er Jahren kam es zu den ersten nachgewiesenen Besteigungen des geheimnisvollen Berges, hier waren es vor allem Landvermesser, die den Gipfel erklommen. Mit dem Aufkommen des Alpinismus wurde der Berg schließlich zu einem Anziehungspunkt für zahlreiche Bergsteiger und in diesem Zuge auch touristisch erschlossen. So gibt es heute eine Vielzahl von Aufstiegen und Kletterrouten auf den Grimming.

Natürlich ranken sich auch viele Mythen um den Berg. Eine sehr bekannte Geschichte ist die Sage vom Grimmingtor, die bei uns in Altirdning zumeist von unseren Großeltern erzählt wurde und durch den Roman der Öblarner Autorin Paula Grogger, „Das Grimmingtor“, weltweit bekannt wurde. So heißt es in der Sage, dass das Innere des Grimmings sagenhafte Schätze beherbergt. Zugang zu diesen Schätzen soll man, so die Sage, durch das Grimmingtor, eine 15 m breite Wandvertiefung südwestlich des Hauptgipfels, erreichen. Dieses öffnet sich aber angeblich nur, während die Glocken am Fronleichnamstag zur Messe läuten. Bleibt man länger als bis zum Mittagsläuten in der Schatzkammer, so schließt sich das Tor wieder und man ist ein Jahr im Inneren des Berges gefangen. Natürlich haben im Laufe der Jahre viele Schatzsucher den Anstieg zum Grimmingtor gewagt, doch stets ohne Erfolg …

Viele Sagen ranken sich um den geheimnisvollen Grimming

Die zwei Gesichter des Berges

Neben dem Geheimnisvollen hat der Grimming aber auch eine Schattenseite. So gibt es im Winter oftmals Lawinen- und Murenabgänge, die eine Gefahr für umliegende Siedlungen darstellen und auch Bergsteiger sollten diesen Berg nicht auf die leichte Schulter nehmen. Zahlreiche Wanderer fanden bereits durch Steinschläge, Abstürze oder Selbstüberschätzung den Tod am Grimming. Behandelt man den Grimming jedoch mit Respekt und mit der nötigen Vorsicht, so wird der Aufstieg zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Trotz seiner Schönheit hat der Berg auch seine Schattenseiten.

Der Traum vom Gipfel

Das sagt man sich zumindest. Ich selbst kann das noch nicht bestätigen, da ich den Berg aus verschiedenen Gründen, manchmal aus Zeitmangel, aus gesundheitlichen Gründen und aufgrund des frühen Schneefalles in diesem Jahr noch nicht erklommen habe. Trotzdem werde ich ihn eines Tages besteigen und das Ennstal von ganz oben betrachten. Denn, und das wird bei uns ebenso weitergegeben, wie die Sage vom Grimmingtor, es ist die Pflicht eines jeden Ennstalers, einmal den Grimming zu erklimmen. Bis dahin wird der 1201 Meter hohe Tressenstein, des Grimmings (sehr) kleiner Bruder, ausreichen müssen. Denn dieser Berg bietet ebenfalls schon eine herrliche Aussicht auf das untere Ennstal und kann mit der ausreichenden Kondition bereits vor dem Frühstück erklommen werden.

Der Blick vom Gipfel des Grimmings – ein klares Ziel für 2016

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