Krampus – ein schauriger Brauchtum

Große Gestalten in einem Fellkostüm mit kunstvoll gestalteten Larven, Glocken, Ruten und Ruß. Alle Jahre wieder, wenn es von Ende November bis 5. Dezember dunkel und kalt wird und die Schellen zu hören sind, heißt es „Krampus-Zeit“. Doch musst man wirklich Angst vor diesen schaurig schrägen Wesen haben?

Ich habe unseren hauseigenen Krampus zu diesem Thema befragt.

Wolltest du schon immer ein Krampus sein? Warum bist du denn ein Krampus geworden?
Mein Nachbar hat Krampus-Masken geschnitzt und schon als Kind durfte ich diese ausleihen und bei den Krampus-Läufen damit mitmachen. Ich habe immer zu den großen aufgesehen und wollte so sein wie sie. Und so bin ich zum Krampus geworden.

Wie würdet du diesen Brauch  jemanden erklären, der diesen nicht kennt?
Der Krampus ist der Böse, der mit dem Nikolaus mitkommt und die Unartigen Kinder erschreckt.

Was bedeutet es für dich Krampus zu sein?
Die Hausrunden am 5. Dezember waren immer am Wichtigsten. Da sind wir mit dem Nikolaus in die einzelnen Häuser und haben so die Kinder ein bisschen erschreckt. Und einfach gemeinsam mit der Gruppe unterwegs zu sein und Spaß zu haben. Für mich ist es ein Brauch, der zu dieser Jahreszeit dazu gehört.

Die Geschichte

Der Krampus ist eine Schreckensgestalt, der gemeinsam mit dem Nikolaus erscheint. Dabei werden die braven Kinder vom Nikolaus beschenkt und die unartigen Kinder vom Krampus bestraft. Die Ursprünge der Krampusse gehen zurück bis vor die Christianisierung. Jedoch erst ab dem 16. Jahrhundert wurden sie dann dem Nikolaus als böser Begleiter zur Seite gestellt. Seit dem 19. Jahrhundert verschwimmt die Tradition der Krampusse und Perchten immer mehr. Sie sind nicht mehr nur die Bösen, die die Unartigen bestrafen sondern sollen auch mit ihren Larven die bösen Geister vertreiben, dass der Winter nicht zu hart und bitter kalt wird.

Das Kerngebiet dieses Brauches liegt in im österreichischen Alpenraum, genauer gesagt in Tirol, Salzburg, Steiermark und Kärnten, aber ist auch in Bayern, Slowenien und Südtirol verbreitet.
Heutzutage führt der finstere Geselle ein munteres Eigenleben mit viel Krach und trifft sich mit seinen großen und kleinen Kollegen zum „Krampusumzug“. Die Krampusse inszenieren eine imposante Show in den Orten und erschrecken die Schaulustigen, wobei manche daran Spaß haben und andere sich fürchten und flüchten.

Somit ist dieser schaurige Brauchtum erklärt und es lässt sich sagen, dass diese erschreckenden Figuren einfach zur Adventszeit dazu gehören sowie der Glühwein zum Weihnachtsmarkt und die Kekse zur Adventszeit.