Live beim Ski-Service – oder ein Wellnessprogramm für meine Bretter

Funkenflug, Lärm, gut 100 Paar Ski rundherum – Gerhard Wagenhofer vom Intersport Planai gewährt mir einen Blick hinter die Kulissen des Ski-Services und verrät, warum mein Skispaß etwas getrübt war.

Ein paar Kratzer sind zu sehenNach meinem letzten Skitag versprach der Blick auf die Unterseite meiner Ski nichts Gutes – da waren durchaus ein paar Kratzer zu sehen. Grund genug, meine zwei Bretter endlich mal zum Service zu bringen.

Und wenn ich schon dort bin, habe ich gleich gefragt, ob ich mir das mal live ansehen kann. Gerhard Wagenhofer vom Intersport Planai nahm mich mit in sein Reich.

Ein Keller voller Ski

„Oh mein Gott“, dachte ich mir, als ich die Treppen in den Servicekeller hinunterstieg. Unzählige Ski warteten darauf, wieder hergerichtet zu werden und dann stand ich mit meinen auch noch da und wollte auch noch zusehen.

Gerhard schliff noch bei einem Ski herum, das nahm ich zumindest an, denn schließlich sprühten etliche Funken durch die Gegend. Er stellte den Ski ab, drückte einige Knöpfe an einer Maschine und widmete sich mir.

Wellnessprogramm für meinen SkiWellnessprogramm für meine Ski

Falsche Struktur

Ich zeigte ihm den Belag und versuchte zu erklären, dass mein Ski nicht mehr ganz so toll läuft. Er lächelte mich an und meinte „die Struktur ist für die derzeitigen Temperaturen viel zu fein“.

„Aha“, dachte ich mir, „und das heißt“?! Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass meine Ski noch nie ein Service hatten, ich habe sie zu Saisonbeginn bekommen und bin einfach damit gefahren.

„Eine feinere Struktur ist für kältere Temperaturen geeignet, deine wäre für -10 Grad und kühler“, klärte mich der Servicemann auf.

Ran an den Belag

Okay, da bin ich in Anbetracht der derzeitigen Witterungsverhältnisse wohl etwas falsch unterwegs :-).

„Jetzt bessern wir mal den Belag aus“, schlug Gerhard vor. Und begann auch gleich das erhitzte Reparaturmaterial in die beschädigten Stellen zu tröpfeln. „Ich zeig dir jetzt nur mal wie man es machen kann, wir haben aber auch eine Maschine dafür.“

Dann hieß es warten (zumindest für mich), bis das ganze getrocknet war. Gerhard kümmerte sich in der Zwischenzeit wieder um andere Ski, denn schließlich türmte sich hinter uns bereits ein Berg aus Skiern – und mit dem Lift wurden schon die nächsten Paare angeliefert.

Mit Diamanten zur neuen Struktur

Danach musste das überschüssige Material wieder vom Belag meiner Bretter runter – also ab zum Schleifen und danach gleich weiter zum Abziehen der Seitenwangen.

Nun wurde es edel, denn es kamen Diamanten ins Spiel. Die große Maschine, die nun auf meine Skier wartete, war unter anderem für die neue Struktur am Belag zuständig, zudem wurde nochmals geschliffen und gewachst.

Ich sah Gerhard dabei zu, wie er einige Einstellungen am Display der riesigen Maschine vornahm und dann ging es mit viel Lärm zur Sache. Fünf Mal hieß es für jeden meiner Skier nach vor und zurück, ehe sie von der Maschine wieder ausgespuckt wurden.

Feintuning, ein Selbstversuch

Ein SelbstversuchEin Selbstversuch

„Fertig?“ – Erkundigte ich mich beim Profi. „Fast“, erwiderte er und schnappte sich meine Ski von der Ablage um sie mir zu reichen. „Nachdem du beim Schleifen verweigert hast, bist du jetzt dran“, fügte der Servicemann hinzu.

Nun ging es ans Feintuning. Mit viel Druck schob ich den Ski über die Rolle mit Wachs und zum Polieren über die Walze mit Pferdehaar. Uiii, gar nicht so leicht, gegen Ende konnte ich den Ski nicht mehr gerade halten – das war auch deutlich am Belag zu erkennen. So überließ ich noch einmal Gerhard meine Ski, der zog sie zweimal gekonnt drüber – und fertig waren sie.

Mein Ski ist fertigGerhard mit meinem servicierten Ski

Mein Fazit

Für mich steht fest – meine Skier kommen in Zukunft öfter zum Service. Denn nachdem ich sie nun bereits als „hergerichteter“ gefahren bin, konnte ich doch einen deutlichen Unterschied erkennen. Und auch wenn ich der Meinung war, dass meine abgefahrenen Kanten bei weicherem Schnee sowieso nicht so eine große Rolle spielen … falsch gedacht! Der ganze Ski läuft nun um einiges feiner. Außerdem werde ich meinen Ski am Ende der Saison über den Sommer einwachsen lassen, denn ein bisschen Pflege darf schon sein und ich will ja auch im kommenden Ski-Winter noch viel Freude mit meinen Brettern haben.

Frisch präparierte Piste - frisch präparierte SkiFrisch präparierte Piste – frisch präparierte Ski <3

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