Nightrace backstage: Der Mann der Hirscher, Raich & Co zum Sieg half

Christian Höflehner trainierte ÖSV-Asse wie Maier, Raich und Hirscher, heute betreut er die Stars von Morgen. Kurz vor dem Nachtslalom in Schladming gewährt er uns einen Einblick in seinen neuen Job und plaudert über die Stars.

Die Mädels und Burschen der Ski-Mittelschule Schladming haben sich im Teambewerb eben zum Österreichischen Meister gekrönt. Etwas, das ihren Trainer Christian Höflehner durchaus stolz macht, schließlich wurde auch die harte Konkurrenz aus der Tiroler Ski-Hauptschule hinter sich gelassen. Doch der Betreuer hat mit seinen Athleten schon ganz andere Erfolge gefeiert. Jahrelang arbeiteten etwa Hermann Maier, Benjamin Raich und Marcel Hirscher mit ihm und kürten sich zu Olympiasiegern, Weltmeistern und Gesamtweltcupgewinnern.

Training der Schüler der Ski-Mittelschule Schladming

Training der Schüler der Ski-Mittelschule Schladming

Als ich Christian in der Turnhalle des Sport-Internats in Schladming treffe, sind seine Schüler noch beim Basketball spielen.“ Das haben sie sich nach dem Sieg heute verdient, sonst hätten wir Liegestütze gemacht“, schmunzelt er.

Von Schladming an die Weltspitze

Im März 2011 verabschiedete sich Höflehner als Weltcuptrainer um mehr Zeit bei seiner Familie zu verbringen. Doch ansonsten hat sich nicht viel geändert. „Ich trainiere auch jetzt Top-Leute, nur eben in einer anderen Altersklasse. Die Kids (Anm. Jahrgänge 1999 und 2000) sind voll motiviert und wissen, was sie wollen.“

Wer die Schulen in Schladming, mit Ski-Mittelschule, Ski-Handelsschule und Aufbaulehrgang durchläuft, hat das Ziel im Ski-Weltcup Fuß zu fassen und dort zu den Besten zu gehören.

Die Schulbank in Schladming haben unter anderem Michael Walchhofer und Renate Götschl gedrückt aber auch aktuelle Weltcupfahrer wie Vize-Weltmeisterin Michaela Kirchgasser, Doppel-Weltmeisterin Lizz Görgl und Olympiasiegerin Andrea Fischbacher zählen du den Schladming-Absolventen.

Christian Höflehner

Christian Höflehner

Talent und Raichs Rechtsschwung

Ob man das bereits in so jungen Jahren erkennen kann, wer mit einem besonderen Talent gesegnet ist, möchte ich vom erfahrenen Trainer wissen. „So etwas kann sich natürlich verändern, gerade in diesem Alter. Manche haben vielleicht ein größeres sportliches Talent – es ist aber genauso ein Talent, wenn jemand weiß, wie man arbeitet und kämpft. Etwa hat zu Benjamin Raich zwei Wochen vor seinem ersten Weltcupsieg auf der Planai ein Trainer gesagt, dass er sich mit seinem schwachen Rechtsschwung nie im Weltcup durchsetzen wird.“

Es würde mich reizen Christian nach dem Namen des Trainers zu fragen, aber ich spare es mir – eigentlich ist es auch nicht wichtig und dieser Trainer wurde ja eines Besseren belehrt. Fakt ist, Benjamin Raich zählt zu den erfolgreichsten Skirennläufern, alleine beim Nachtslalom in Schladming stand er vier Mal am obersten Stockerl.

Elf Mal als Trainer der Stars beim Nachtslalom

Zwar nicht am Podest, dafür aber beim Start, an der Strecke und im Ziel stand Christian Höflehner elf Mal als Trainer beim Nachtslalom auf der Planai.

„Es ist wirklich ein besonderes Rennen. Vor einigen Jahren waren noch keine Zuschauer im Startbereich und gerade bei den letzten Läufern herrschte oben Totenstille. Wenn dann auch noch ein Österreicher auf der Strecke war, ist der Jubel wie eine Welle heraufgekommen – die hat dich fast weggeblasen“, erinnert sich Höflehner an die gewaltige Stimmung beim Nightrace.

Geniale Stimmung beim Schladminger Nachtslalom (c) Planai by Jamnig

Geniale Stimmung beim Schladminger Nachtslalom (c) Planai by Jamnig

Hin und wieder vermisst der ehemalige Chefcoach der österreichischen Slalom-Herren die Renntage im Weltcup, doch umgekehrt steht für ihn fest, „dass ich meine Familie viel mehr vermissen würde, wenn ich nach wie vor so viel unterwegs wäre“.

„Viele Weltcup-Rennen überschneiden sich natürlich mit Bewerben meiner jetzigen Athleten. Im ersten Jahr bin ich fast wahnsinnig geworden, wenn ich ein Rennen verpasst habe. Wenn ich unterwegs war, bin ich oft an eine Tankstelle gefahren, nur um etwas vom Rennen mitzubekommen“, so Höflehner, der sich aber umso mehr freut, das Rennen am 28. Jänner im WM-Park Planai live zu sehen.

Im Mittelpunkt wird dabei vor allem einer seiner ehemaligen Schützlinge stehen – Marcel Hirscher.

Der Zielhang der Planai

Der Zielhang der Planai

Die Nervenstärke von Marcel Hirscher

Im Jänner 2012 gewann der Salzburger zum ersten Mal das Nightrace, rund zwei Monate später kürte er sich beim Weltcupfinale

auf der Planai zum Gesamtweltcupsieger und bei der Ski-Weltmeisterschaft 2013 bewies er abermals Nervenstärke, als er sich das von so vielen erwartete Slalom-Gold sicherte.

„Es wundert mich auch wie er das macht und mit diesem Druck umgehen kann. Er ist nämlich ein sehr sensibler Mensch und nimmt sich vieles zu Herzen. Aber er weiß auch was er auf den Skiern alles kann und gerade nach der Einfädler-Affäre und der Heim-WM kann ihn eigentlich nicht mehr viel erschüttern“, so sein langjähriger Wegbegleiter.

Derzeit hören die Stars im Ski-Weltcup unter anderem auf die Namen Svindal, Hirscher, Pinturault, Ligety, Neureuther, Höfl-Riesch, Fenninger, Weirather, Shiffrin oder Gut – aber vielleicht findet Höflehner in ein paar Jahren jene Athleten in den Startlisten der obersten Liga, denen er das Grundgerüst für diesen Weg mitgegeben hat.

Noch sind die Tribünen leer – am 28. Jänner wird in Schladming wieder „Full House“ sein

Noch sind die Tribünen leer – am 28. Jänner wird in Schladming wieder „Full House“ sein

2 Kommentare
  1. bauernfeind johann
    bauernfeind johann says:

    Ich fahre schon über 30 Jahre in die DT-Region zum Schifahren : früher mit meinen 4 Kindern , nun alleine weil eines nach dem anderen infolge eigener Familie selbst unterwegs sind . Den Enkerln werde ich bei passendem Alter Guster auf meine „Lieblingsschi Region“machen , bzw. auch die Eltern mitnehmen !!!
    Ich habe schon lange in Haus am Birnberg bei der sehr netten Bauernfamilie Lackner mein Quartier gefunden:
    Die überaus gute HP und ein Familienanschluß zogen mich aus anderen Schigebieten immer wieder reumütig hierher !!!
    Als 66 jähriger Senior bin ich als „Genusschifahrer“ auf allen Pisten der 4 Berge Schischaukel flott aber Rücksichtsvoll unterwegs !

    Antworten
    • Carolin
      Carolin says:

      Lieber Johann,
      es freut uns sehr, dass es Dir in der Region Schladming-Dachstein und insbesondere bei der Familie Lackner so gut gefällt. Liebe Grüße – Carolin

      Antworten

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